Ar-Riya

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Riya ist das Verrichten jeder Art des Gottes­dienstes, um dabei von den Leuten gesehen und gelobt zu werden. Diese Sünde vernichtet den ganzen Nutzen, der in den rechtschaffenen Taten zu finden ist und bringt dem Übeltäter eine ernste Strafe ein. Diese Handlung ist insbesondere deswegen gefährlich, weil der Mensch von Natur aus dazu neigt, sich Lob von seinen Gefährten zu wünschen und daran Freude zu finden. Daher genießt diese üble Tat, gottesdienstliche Handlungen zu leisten, um die Leute zu beeindrucken oder ihren Lob zu gewinnen, äußerste Vorsicht seitens der Menschen. Diese Gefahr ist für die Gläubigen wirklich bedeutsam, deren Ziel es ist, alle Handlungen ihres Lebens in religiöse Handlungen umzuwandeln, welche Gott allein gewidmet sind. Tatsache ist, dass die Wahrscheinlichkeit für einen wissenden und wahren Gläubigen, asch-Schirk al-Akbar zu begehen, gering ist, da die Falle so offensichtlich ist. Aber für den wahren Gläubigen ist die Möglichkeit, Riya zu begehen, wie für jedermann, groß, da sie sehr versteckt ist. Es benötigt nur eine einfache Änderung der Absicht. Die antreibenden Kräfte dahinter, sind ebenfalls sehr stark, weil es aus der inneren Natur des Menschen kommt. Ibn `Abbas deutete darauf hin, als er sagte:

 

„Schirk ist versteckter als eine schwarze Ameise, die auf einem schwarzen Stein in der Mitte einer mondlosen Nacht schleicht.“[1]

 

Deshalb muss man mit größter Sorgfalt darauf achten, dass die Absichten rein beginnen und rein bleiben, und zwar immer dann, wenn man gute Taten ausführt. Um dies sicherzustellen, ist es im Islam vorgeschrieben, vor allen wichtigen Handlungen den Namen Allahs auszusprechen. Eine Reihe von Du’as (Bittgebete) wurden ebenfalls vom Propheten, Friede und Heil auf ihm,vor und nach allen natürlichen Gewohnheiten wie Essen, Trinken, Schlafen, Geschlechtsverkehr, ja sogar beim Gang zur Toilette, vorgeschrieben, um diese tagtäglichen Handlungen in gottesdienstliche Hand­lungen umzuwandeln. Ebenfalls dient dies dazu, ein kräftiges Bewusstsein bezüglich Allah zu entwickeln. Es ist jenes Bewusstsein, genannt Taqwa (Gottesfurcht), welches auf äußerste Weise sicherstellt, dass die Absichten rein bleiben. Der Prophet, Friede und Heil auf ihm,versorgte uns ebenfalls mit Schutz gegen unvermeidliche Handlungen des Schirk, indem er uns gewisse Bittgebete beibrachte, welche man zu jeder Zeit aussprechen kann.

 

Abu Musa sagte: „Eines Tages hielt der Gesandte Allahs eine Predigt. Dabei sagte er: ‚O Leute, fürchtet Schirk, denn Schirk ist versteckter als eine schleichende Ameise.’ Jenen, denen Allah es wünschte, fragten: ‚Und wie vermeiden wir es O Gesandter Allahs, wenn es versteckter ist als eine schleichende Ameise?’ Er entgegnete: ‚Sag >Allahumma Inna na’udhu bika an nuschrika bika schay’an na’lamuh, wa nastaghfiruka lima la na’lamuh< (O Allah, wir suchen Zuflucht bei Dir vor dem absichtlich zu begehenden Schirk und wir bitten Dich um Vergebung für das, worüber wir nicht Bescheid wissen).’“[2]

 

In den folgenden Kapiteln wird ein tiefer Einblick in den bekanntesten Gebieten gegeben, in denen sich Schirk üblicherweise in allen drei Aspekten ereignet.

 

 

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[1]Überliefert von Ibn Abu Hatim und zitiert in Taysir al-'Aziz al-Hamid, S. 587.

[2]Gesammelt von Ahmad und at-Tabarani.

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