Das größte Opfer

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Abraham opfert seinen Sohn
Es war fast zehn Jahre her, dass Abraham seine Frau und sein Baby unter der Obhut Gottes in Mekka gelassen hatte.  Nach einer zweimonatigen Reise wurde er damit überrascht, Mekka ganz anders vorzufinden, als er es verlassen hatte.  Die Wiedersehensfreude wurde bald von einer Vision unterbrochen, die zur größten Prüfung seines unerschütterlichen Glaubens werden sollte.  Gott befahl Abraham in einem Traum, seinen Sohn zu opfern, den Sohn, der ihm nach Jahren des Gebets geboren wurde und den er gerade erst nach zehnjähriger Trennung wiedergetroffen hatte. 

Wir wissen aus dem Qur´an, dass das zu opfernde Kind Ismael war, denn Gott gab Abraham und Sarah die guten Nachrichten von der Geburt Isaaks und ebenfalls von einem Großsohn Jakob (Israel). 

“…worauf Wir ihr die frohe Botschaft von (ihrem künftigen Sohn) Isaak und von (dessen künftigen Sohn) Jakob nach Isaak verkündeten.” (Quran 11:71)

Ähnlich wurde Abraham in den Bibelvers 1 Mose 17:19 versprochen:. 

“Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm.”

Weil Gott versprochen hat, Sarah ein Kind von Abraham zu geben und Großkinder von diesem Kind, ist es weder logisch noch praktisch vorstellbar, dass Gott Abraham befohlen hätte, Isaak zu opfern, denn Gott bricht Sein Versprechen nie, und Er stiftet keine Verwirrung. 

Obwohl Isaaks Name in 1 Mose 22:2 eindeutig als derjenige, der geopfert werden sollte erwähnt wird, lernen wir aus anderen Bibelzusammenhängen, dass es sich hier ganz klar um eine Verfälschung handelt und der, der geschlachtet werden sollte, war Ismael.

“Deinen einzigen Sohn”
In den Versen von 1 Mose 22 befahl Gott Abraham, seinen einzigen Sohn zu opfern.  Worin alle Gelehrten des Islam, des Judentums und des Christentums übereinstimmen, ist, dass Ismael vor Isaak geboren worden war.  Demnach wäre es unpassend, Isaak als den einzigen Sohn Abrahams zu bezeichnen. 

Es ist wahr, dass jüdisch-christliche Gelehrte oft argumentieren, dass Ismael von einer Konkubine geboren worden war, dadurch sei er kein legitimer Sohn.  Aber wie bereits zuvor erwähnt, war es gemäß dem Judentum sogar eine alltägliche, gültige und annehmbare Erscheinung, wenn eine unfruchtbare Frau ihrem Ehemann eine Konkubine schenkte, damit er mit ihr Nachkommen zeugen konnte; und das Kind, das von der Konkubine geboren wurde, wurde der Frau seines Vaters[1] zugeschrieben, genoß dieselben Rechte, wie ihr eigenes Kind, einschließlich der Erbrechte.  Außerdem erhielten sie den doppelten Anteil anderer Kinder, auch wenn sie "gehaßt" wurden.[2]

Außerdem läßt die Bibel darauf schließen, dass Sarah selbst ein von Hagar geborenes Kind als rechtmäßigen Erben betrachtete.  Wohlwissend, dass Abraham versprochen worden war, dass seine Samen aus seinem Körper (1 Mose 15:4) das Land zwischen dem Nil und dem Euphrat (1 Mose:15:18) füllen würde, bot sie ihm Hagar als Mittel an, um die Prophezeihung zu erfüllen.  Sie sagte:. 

“Siehe, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann.  Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme.” (1Mose 16:2)

Dies ähnelt auch Lea und Rahel, den Frauen von Jakob, dem Sohn Isaaks, die Jakob ihre Mägde gaben, um Nachkommen zu zeugen (1 Mose 30:3, 6. 7, 9-13).  Ihre Kinder waren Dan, Napthali, Gad und Asser, die zu Jakobs zwölf Söhnen gehörten, die Väter der zwölf Stämme der Israeliten, und daher berechtigte Erben.[3]

 Anhand dieser Aussagen verstehen wir, dass Sara glaubte, dass ein Kind, das Hagar geboren würde, eine Erfüllung der Prophezeihung, die Abraham bekommen hatte, und dass es so sei, als wäre es ihr selber geboren worden.  Aufgrund dieser Tatsache ist Ismael nicht illegitim sondern ein berechtigter Erbe. 

Gott Selbst betrachtet Ismael als berechtigten Erben, denn an zahlreichen Stellen erwähnt die Bibel Ismael als den "Samen" Abrahams.  Zum Beispiel in 1Mose 21:13:

“Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, denn er ist dein Sohn. 

Es gibt viele andere Gründe, die beweisen, dass es Ismael und nicht Isaak war, der geopfert werden sollte, und wenn Gott will, wird noch ein gesonderter Artikel diesem Thema gewidmet sein. 

Um die Erzählung fortzusetzen, Abraham befragte seinen Sohn, ob er verstehe, was ihm von Gott befohlen worden war. 

“Dann gaben Wir ihm die frohe Botschaft von einem sanftmütigen Sohn.  Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sagte er: "O mein Sohn, ich sehe im Traum, dass ich dich schlachte.  Nun schau, was meinst du dazu?"  Er sagte: "O mein Vater, tu, wie dir befohlen wird; du sollst mich – so Gott will – unter den Geduldigen finden.” (Quran 37:101-102)

Wenn jemand von seinem Vater erfährt, dass er wegen eines Traumes getötet werden soll, würde er es bestimmt nicht mit den besten Benehmen aufnehmen.  Man könnte sowohl an dem Traum als auch an der geistigen Gesundheit der Person zweifeln, aber Ismael kannte die Situation seines Vaters.  Der fromme Sohn eines frommen Vaters war geneigt, sich Gott zu ergeben.  Abraham nahm seinen Sohn mit zu dem Platz, wo er geopfert werden sollte und legte ihn hin.  Aus diesem Grund hat Gott sie mit den schönsten Worten beschrieben, die ein Bild von der Essenz dieser wirklichen Hingabe zeichnen; eines, das einen zu Tränen rührt:

“Als sie sich beide (Gottes Willen) ergeben hatten und er (Abraham) ihn (Ismael) mit der Stirn auf den Boden hingelegt hatte (um geopfert zu werden)…” (Quran 37:103)

Gerade als Abrahams Messer herabfahren sollte, stoppte ihn eine Stimme: 

“da riefen Wir ihm zu: O Abraham, du hast bereits das Traumgesicht erfüllt."  So belohnen Wir die, die Gutes tun.  Wahrlich das ist offenkundig eine schwere Prüfung.” (Quran 37:104-106)

Dies war in der Tat die größte Prüfung von allen – sein eigenes Kind zu opfern, das einem geboren worden war, nachdem man ein hohes Alter erreicht hatte und jahrelang auf Nachkommenschaft gewartet hatte.  Hier zeigte Abraham seine willige Bereitschaft, seine ganze Habe für Gott zu opfern und aus diesem Grund wurde er zum Führer der Menschheit ernannt, einen, den Gott mit Nachkommen von Propheten gesegnet hat. 

“Und als Abraham von seinem Herrn durch Worte geprüft wurde und er diese vollbrachte, (da) sprach Er: "Ich werde dich zu einem Führer für die Menschen machen."  Da bat Abraham: "Auch von meiner Nachkommenschaft.” (Quran 2:124)

Immael wurde mit einem Widder gesühnt.

‘…und Wir lösten ihn durch ein großes Schlachttier aus.’ (Quran 37:107)

Diese einzigartige Hingabe und dieses Gottvertrauen ist es, das Millionen von Muslime jedes Jahr während der Tage des Hağğ versuchen nachzuempfinden, an einem Tag, der Jaum-un-Nahr – der Tag des Opferns, oder Eid-ul-Adhaa – oder das Opferfest genannt wird. 

Abraham kehrte nach Palästina zurück und dort wurde er von zwei Engeln besucht, die ihm und Sarah die gute Nachricht von einem Sohn verkündeten - Isaak. 

“Fürchte dich nicht!  Wir bringen dir frohe Kunde von einem hochbegabten Knaben.” (Quran 15:53)

Bei dieser Begegnung wurde er auch von der Vernichtung des Volkes von Lot informiert. 

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Footnotes:
[1] Pilegesh. Emil G. Hirsch and Schulim Ochser. The Jewish Encyclopedia. (
http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=313&letter=P).

[2] Deuteronomy 21:15-17. Siehe auch: Primogeniture. Emil G. Hirsch and I. M. Casanowicz. The Jewish Encyclopedia. (http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=527&letter=P).

[3] Jacob. Emil G. Hirsch, M. Seligsohn, Solomon Schechter and Julius H. Greenstone. The Jewish Encyclopedia. (http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=19&letter=J).

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