Die Göttliche Gnade (teil 2 von 3): Ihre warme Umarmung

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Die Gnade Gottes umhüllt jegliche Existenz für immer.  Der sorgende Herr der Menschheit ist barmherzig zu ihnen, voller Gnade.  Der Name Gottes, Ar-Rahman, der auf Seine liebende Gnade hindeutet, ist ein präzieser Aspekt Seines Seins; Seine Gnade ist unbegrenzt; ein Ozean ohne Meeresboden und Ufer.  Ar-Razi, einer der klassischen islamischen Gelehrten, schrieb: “Es ist unvorstellbar, daß die Schöpfung barmherziger sein könnte als Gott!”  Der Islam lehrt uns vielmehr, daß Gott gnädiger zu einem Menschen ist, als seine eigene Mutter.


In Gottes überreicher Gnade sendet Er den Regen herab, um aus den Obstgärten Früchte hervorzubringen, zur Versorgung der menschlichen Körper.  Auch die Seele braucht intensive geistige Nahrung, genau wie der Körper Nährstoffe benötigt.  In Seiner überreichen Gnade schickte Gott den Menschen Propheten und Gesandte und offenbarte Schriften, um den menschlichen Geist zu nähren.  Die Göttliche Gnade enthüllte sich in der Thora von Moses:

 


“…In ihrer Schrift ist Rechtleitung und Barmherzigkeit für die, die vor ihrem Herrn Ehrfurcht haben.” (Quran 7:154)

Und die Offenbarung des Quran:

“…Dies sind einsichtbringende Zeichen von eurem Herrn und Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben.” (Quran 7:203)


Gnade wird nicht aufgrund der Verdinste einiger Vorfahren erwiesen.  Göttliche Barmherzigkeit wird dafür erwiesen, daß man auf der Grundlage von Gottes Wort handelt und seiner Rezitation zuhört: 


“Und dies (der Quran) ist ein Buch, das Wir (als Offenba-rung) hinabgesandt haben, ein gesegnetes (Buch).  So folgt ihm und seid gottesfürchtig, auf daß ihr Erbarmen findet.” (Quran 6:155)


“Und wenn der Quran vorgetragen wird, dann hört ihm zu und horcht hin, auf daß ihr Erbarmen finden möget!” (Quran 7:204)

 


Barmherzigkeit ist das Ergebnis des Gehorsams:

“Und verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe und gehorcht dem Gesandten, auf daß ihr Erbarmen finden möget!” (Quran 24:56)


Gottes Barmherzigkeit ist die Hoffnung des Menschen.  Folglich flehen die Gläubigen Gott um Sein Erbarmen an:


“...Und auch Ayyub, als er zu seinem Herrn rief: ‘Mir ist gewiß Unheil widerfahren, doch Du bist der Barmherzigste der Barmherzigen!” (Quran 21:83)


Sie erflehen Gottes Gnade für die Gläubigen:

“Unser Herr, lasse unsere Herzen nicht abschweifen, nachdem Du uns rechtgeleitet hast, und schenke uns Erbarmen von Dir aus.  Du bist ja der unablässig Schenkende.” (Quran 3:8)


Und sie erflehen Gottes Gnade für ihre Eltern:

“…Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war.” (Quran 17:24)

 


Zuweisung der Göttlichen Gnade

Göttliche Barmherzigkeit umfaßt die Gläubigen und die Ungläubigen, die Gehorsamen und die Aufständischen, aber in dem Leben, das kommen wird, wird sie für die Gläubigen reserviert sein.  Ar-Rahman ist zu allen Geschöpfen dieser Welt gnädig, aber im jenseitigen Leben wird Seine Gnade den Gläubigen vorbehalten sein.  Ar-Rahiem wird Seine Gnade am Tag des Gerichts an die Gläubigen verteilen:


“…Mit Meiner Strafe treffe Ich, wen Ich will, aber Meine Barmherzigkeit umfaßt alles.  Ich werde sie für die bestim-men, die gottesfürchtig sind und die Abgabe entrichten und die an Unsere Zeichen glauben, die dem Gesandten, dem schriftunkundigen Propheten, folgen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium aufgeschrieben finden. ….” (Quran 7:156-157)


Die Göttliche Aufteilung der Gnade wurde von dem Propheten des Islam folgendermaßen beschrieben:

 


“Gott erschuf die Barmherzigkeit in einhundert Teilen.  Einen Teil davon verteilte Er unter Seinen Geschöpfen, aufgrund dessen sie Zuneigung zueinander empfinden.  Die verbleibenden neunundneunzig Teile bewahrte Gott für den Tag des Gerichts auf, um Seine Diener zu beehren.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim, Al-Tirmidhi, und andere.)


Ein einfacher Teil der Göttlichen Barmherzigkeit erfüllt die Himmel und die Erde, läßt die Menschen einander lieben und Raubtiere und Vögel zusammen Wasser trinken.


Aber die Barmherzigkeit Gottes, die am Tag des Gerichts zur Wirkung kommt, ist entsprechend gewaltiger als das, was wir in diesem Leben kennengelernt haben; genau wie die Strafe Gottes das, was wir hier erfahren haben, beiweitem übertreffen wird.  Der Prophet des Islam erklärte die beiden Extreme dieser Göttlichen Eigenschaften:

 


“Wenn ein Gläubiger wüßte, welche Strafe Gott bereit hält, würde er verzweifeln und nicht ein einziger würde ahnen, das Paradies erreichen zu können.  Wenn ein Ungläubiger von der überaus großen Barmherzigkeit Gottes wüßte, würde nicht ein einziger daran zweifeln, das Paradies erreichen zu können.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim, Al-Tirmidhi)


Also überwiegt gemäß der islamischen Lehre die Göttliche Barmherzigkeit den Göttlichen Zorn:

“Wahrlich, Meine Barmherzigkeit überwiegt Meinen Zorn.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)

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