Die höhere Zielsetzung im Leben des Muslims

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Die höhere Zielsetzung im Leben des Muslims. Der Islam setzt dem Muslim im Diesseits die Erlangung der Zufriedenheit Allahs und des Paradieses zum Ziel. Dieses Ziel kann nur nach dem Tod erreicht werden. Deshalb befindet sich der Muslim immer im Eifer und kennt keine Müdigkeit, bis er stirbt, da die Verwirklichung seines Zieles nur im Jenseits stattfinden kann. So ist er also sein Leben lang mit dieser Zielsetzung beschäftigt, denkt nicht an das Diesseits, seine Probleme oder seinen Ärger und ist unbekümmert über das, was er verpasst oder was er nicht erreicht hat. Er beschäftigt sich damit, Allah näher zu kommen und sich das Jenseits zu verschönern. Nicht-Muslime jedoch streben nach den Zielen des Diesseits und empfinden eine Art Glückseligkeit, wenn sie diese durch ihre Bemühungen erreichen. Ihre Glückseligkeit verschwindet jedoch, sobald sie ihre Ziele erreicht haben. Und was ist danach? Wenn er seine Ziele erreicht, taucht er in eine Leere, die ihm seelische Unruhe bereitet. Dies sind Menschen, die keinen festen Glauben haben und sich als Ziele ihre eigenen Triebe und die Genüsse des Diesseits, durch Sättigen ihrer Bäuche und des sexuellen Verlangens, gesetzt haben. Solcherlei Menschen tadelt Allah  heftig, indem Er sagt:


(Allah lässt diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, in Gärten eingehen, durcheilt von Bächen. Diejenigen aber, die ungläubig sind, genießen und essen (im Diesseits), wie das Vieh frisst, das (Höllen)feuer wird ein Aufenthaltsort für sie sein.)       (Qur´an 47:12)

 

    Diese Menschen werden weder Nutzen aus ihren wissenschaftlichen Zeugnissen ziehen, noch werden sie Gutes durch ihre herausragenden Fähigkeiten im Bereich Wissenschaft und Technik davontragen, wenn sie durch ihre Erkenntnisse nicht den Weg einschlagen, an Allah zu glauben und Ihm zu gehorchen. Allah beschreibt solche Menschen, indem Er sagt:

(Oder meinst du, dass die meisten von ihnen hören oder begreifen? Sie sind doch nur wie das Vieh. Aber nein! Sie irren noch weiter vom Weg ab.)                                                                     (Qur´an 25:44)

   Deshalb sollte man nicht Ausschau nach denen halten, die zu Grunde gegangen sind und nach dem Grund fragen, sondern sich auf diejenigen konzentrieren, die gerettet wurden und wissen, wie sie gerettet wurden. Allah  sagt:

(Wir haben ja schon viele von den Ğinn und den Menschen für die Hölle erschaffen. Sie haben Herzen, mit denen sie nicht verstehen; sie haben Augen, mit denen sie nicht sehen; und sie haben Ohren, mit denen sie nicht hören. Jene sind wie das Vieh. Aber nein! Sie irren noch weiter ab. Jene sind (überhaupt) die Unachtsamen.)    (Qur´an 7:179)

 

   Diese Worte bedeuten nicht, dass man dem Diesseits entsagt (asketisches Leben führen)und jegliche Bemühungen unterlässt, um für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen und womöglich anderen Muslimen zur Last fällt. Denn Allah  befiehlt Seinen Dienern im Lande (auf der Erde) umherzureisen, um ihren Lebensunterhalt zu suchen, und das ist ein rechtmäßiges Verlangen. Allah  sagt:

(Er ist es, Der euch die Erde fügsam gemacht hat. So geht auf ihrem Rücken einher und esst von dem, womit Er (euch) versorgt. Und zu ihm wird die Auferstehung sein.)            (Qur´an 67:15)

   Die Anstrengung für den Lebensunterhalt wird im Islam belohnt, wenn damit der Zweck verfolgt wird, sich und seine Familie zu versorgen, um keinem anderen Menschen damit zur Last zu fallen. Allah  sagt:

(Diejenigen, die ihren Besitz auf Allahs  Weg ausgeben und hierauf dem, was sie ausgegeben haben, weder Vorhaltungen noch Beleidigungen nachfolgen lassen, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein.)            (Qur´an 2:262)

 

   Es ist erwünscht, dass man das Diesseits in der Hand hat und nicht im Herzen. Der Gesandte Allahs   sagte:

“Die obere Hand ist besser als die untere Hand. Beginne mit demjenigen, den du unterhältst, und das beste Almosen ist das, was man nach der Befriedigung seiner Bedürfnisse gibt. Und wer immer sich (in weltlichen Belangen) zurückhält, dem erspart Allah das Erbetteln bei den anderen. Und wer immer sich genügsam verhält, dem gibt Allah reichlich.”    (Überliefert von Al-Buchari)

 

   Im Islam werden sogar auf das Diesseits bezogene Erwartungen der Diener Allahs belohnt, wenn es sich um Nützliches handelt, das für gute Zwecke erfüllt wird. Der Gesandte Allahs   sagte:

„Ich erzähle euch folgendes, und behaltet es gut: Gewiss gibt es im Diesseits viererlei Menschen:


1) Denjenigen Diener (Allahs), dem Allah Reichtum und Wissen geschenkt hat, und der in diesen beiden Dingen Allah, seinen Herrn fürchtet, und der (mit seinem Vermögen)die Verwandtschaftsbande pflegt und die Rechte Allahs respektiert. Dieser befindet sich auf der höchsten Stufe. 

2) Denjenigen Diener (Allahs), dem Allah Wissen gewährt, aber keinen Reichtum, und der die beste Absicht besitzt, und der sagt: 'Wenn ich die Mittel dazu hätte, würde ich es machen, wie Soundso', und durch diese Absicht erhält er die gleiche Belohnung wie jener.

3) Denjenigen Diener (Allahs), dem Allah Reichtum, aber kein Wissen geschenkt hat. Er gibt gedankenlos seinen Reichtum aus und fürchtet Allah nicht, kümmert sich nicht um die Verwandtschaftsbande und missachtet die Rechte Allahs. Dieser befindet sich auf der niedrigsten Stufe.

4) Denjenigen Diener (Allahs), dem von Allah weder Reichtum noch Wissen verliehen wurden, und der sagt: 'Wenn ich reich wäre, würde ich wie Soundso handeln', und durch diese Absicht tragen beide die gleiche Sünde.“                                                         (Überliefert von At-Tirmidhi)

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