Die sechste Vorkehrung

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Die sechste Vorkehrung:

Das Herz des Rufers muss offen für den sein, der ihmwiderspricht

 

Das Herz des Rufers muss offen für den sein, der ihm widerspricht, insbesondere dann, wenn er weiß, dass der Widersprechende eine gute Absicht hat und nur in Dingen widerspricht, in denen es erforderlich ist, ihm einen Beweis darzulegen. Hierbei muss man flexibel sein und nicht erlauben, dass die Meinungs­verschiedenheiten Hass und Feindschaft erwecken, denn diese gebühren nur demjenigen, der widerspricht und stur ablehnt, obwohl man ihm die Wahrheit erklärt hat, er aber immer noch auf seiner Falschheit beständig ist.

 

Solch einer muss so behandelt werden, wie er es verdient, indem man z. B. die Leute von ihm abhält und warnt. Denn seine Feindschaft hat sich selber offenbart, derart, dass ihm die Wahrheit verdeutlicht wurde, er dennoch nicht danach handelt.

 

Jedoch gibt es einige zweitrangige Angelegenheiten, in denen die Menschen Meinungsverschiedenheiten haben. In Wirklichkeit hat Allah es erlaubt, in diesen Dingen andere Meinungen zu haben. Dabei meine ich Angelegenheiten, die nicht zu den Grundlagen gehören, so dass man als Ungläubiger betrachtet werden könnte, indem man diesen Grundlagen widerspricht. Vielmehr hat Allah Seinen Dienern Meinungsverschiedenheiten in diesen zweitrangigen Angelegenheiten erlaubt. Auch erlaubte Er den begangenen Fehler in dieser Hinsicht. Der Prophet    sagte: „Wenn der (rechtmäßige) Richter ein Urteil fällt, indem er sich anstrengt (Ijtihad macht) und die Wahrheit erlangt, dann bekommt er zwei Belohnungen. Und wenn er sich irrt, bekommt er eine Belohnung.“Daher verlässt der Mujtahid überhaupt nicht den Rahmen für eine Belohnung - entweder bekommt er zwei Belohnungen für die Erlangung der Wahrheit oder nur eine Belohnung für den Fehler (und für seinen Ijtihad).

 

Wenn es dir nicht gefällt, dass andere dir widersprechen, so gefällt es anderen genauso nicht, dass man ihnen widerspricht. So, wie du willst, dass andere deine Ansicht (in einer Angelegenheit) akzeptieren, wollen andere, die dir widersprechen, auch, dass man ihre Ansichten annimmt. Der Bezugspunkt während solchen Zeiten des Disputes ist das, was Allah in Seiner Rede erklärt: "Und über was immer ihr uneins seid, die Entscheidung darüber ruht bei Allah. Das ist Allah, mein Herr; auf Ihn vertraue ich, und zu Ihm wende ich mich."[Sura asch- Schura/42:10]

 

Und Er sagt: "O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen, die unter euch Befehlsgewalt besitzen. Und wenn ihr über etwas streitet, so bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist das Beste und nimmt am ehesten einen guten Ausgang."[an-Nisa’/4:59]

 

Jeder, der daher in einem Disput ist und mit anderen in Uneinigkeit ist, muss zu diesen Quellen zurückkehren: das Buch Allahs und die Sunna Seines Gesandten  . Und es ist niemandem erlaubt, sich von den Worten Allahs und Seines Gesandten    zugunsten der Worte eines anderen abzuwenden, egal wer das auch sein mag. Wenn sich dir daher die Wahrheit offenbart, so ist es deine Pflicht, die Ansicht desjenigen, der dieser Wahrheit widerspricht, gegen die Wand zu werfen. Und du darfst dich nicht diesem Individuum zuwenden, egal welchen Rang er in Wissen und Religion hat. Denn die Menschen machen Fehler, wohingegen die Worte Allahs und Seines Gesandten    frei von Fehlern sind. Es betrübt mich zu hören, dass es manche Leute gibt, die hart nach der Wahrheit streben, wir sie dennoch gespalten vorfinden. Jeder von ihnen hat bestimmte Namen und Beschreibungen. Und dies ist in Wirklichkeit ein Fehler. Allahs Religion ist eine, und die Umma des Islam ist eine. Allah sagt: "Und diese eure Gemeinschaft ist eine einheitliche Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr. So fürchtet Mich." [Sura al-Mu’minun/23:52]

Und Allah sagt zu Seinem Propheten Muhammad   : "Mit jenen aber, die zur Spaltung ihrer Religion beitrugen und zu Parteien geworden sind, hast du nichts Gemeinsames. Ihre Angelegenheit wird sicherlich von Allah beurteilt werden; dann wird Er ihnen verkünden, was sie getan haben."[Sura al-An’am/6:159]

 

Und Allah sagt: "Er verordnete für euch die Religion, die Er Noah anbefahl und die Wir dir offenbart haben und die Wir Abraham und Moses und Jesus anbefohlen haben. Nämlich (die), in der Einhaltung der Religion treu zu bleiben und euch deswegen nicht zu spalten. Hart ist für die Götzendiener das, wozu du sie aufrufst. Allah erwählt dazu, wen Er will, und leitet dazu den, der sich bekehrt."[Sura asch-Schura/42:13]

 

Wenn dies also die Befehle Allahs sind, so ist es für uns Pflicht, diese Befehle anzunehmen, zusammen­zukommen, eine Angelegenheit vorzulegen und gemeinsam darüber zu reden, um zu korrigieren und nicht um zu kritisieren oder Rache zu nehmen. Denn wahrlich, jemand, der mit einem anderen mit der Absicht diskutiert, um seiner Ansicht den Sieg zu bescheren, die Ansicht seines Widersachers herabzuwürdigen oder zu kritisieren und nicht zu korrigieren, so wird ein Großteil (seiner Tat) zu einem Ergebnis kommen, das Allah und Seinen Gesandten    nicht zufrieden stellt. Deshalb ist es für uns Pflicht in solchen Angelegenheiten wie diese eine Umma (Nation) zu sein.

Ich sage nicht, dass niemand Fehler macht - jedermann macht entweder Fehler oder liegt richtig. Vielmehr rede ich über den Weg, diesen Fehler zu korrigieren.

 

Dieser Weg ist nicht derart, dass ich hinter seinem Rücken rede und ihn anklage, sondern mit ihm zusammenkomme und darüber diskutiere. Wenn es nach diesem deutlich wird, dass dieser Mann an seiner Ablehnung der Wahrheit festhält und weiterhin auf seiner Falschheit bleiben will, so habe ich ab diesem Punkt einen Grund und das Recht, ja gar die Verpflichtung seinen Fehler offen zu legen und die Menschen vor seinem Fehler zu warnen. Und auf diesem Wege werden die Dinge korrigiert. Was die Spaltung und die Gründung von Gruppen anbelangt, so ist niemand mit diesen zufrieden, außer einem Feind des Islam und der Muslime.

 

Ich bitte Allah für die Zusammenführung unserer Herzen in Gehorsam zu Ihm, und dass Er uns von jenen macht, die Sein Urteil und die Seines Gesandten    ersuchen. Und wir bitten Allah, dass Er unsere Absicht aufrichtig macht, und dass Er uns von Seiner Schari’a das verdeutlicht, was uns bisher verborgen geblieben ist. Wahrlich, Er ist der Großmütigste, der Freigebigste.

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und möge der Frieden und der Segen auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und all seinen Gefährten sein.

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