Die Suche nach innerem Frieden (teil 3 von 4): Geduld und Ziele im Leben

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Kommen wir auf die Geschichte von Moses und Khidr zurück, nachdem sie den Fluß überquert hatten, kamen sie an einem Kind vorbei und Khidr tötete absichtlich dieses Kind.  Moses fragte Khidr, warum er so etwas tue?  Das Kind war unschuldig und Kidr tötete es einfach!  Khidr erzählte Moses, das Kind habe rechtschaffene Eltern und wenn es größer würde, würde er für seine Eltern so eine Last werden, dass er sie in den Unglauben getrieben hätte (Gott wußte das), daher ordnete Gott den Tod dieses Kindes an.   

Natürlich trauerten die Eltern, als sie ihr Kind tot fanden.  Gott aber ersetzte ihr Kind durch eines, das rechtschaffen und besser zu ihnen war.  Dieses Kind ehrte sie und war gut zu ihnen und gut für sie, aber die Eltern werden immer ein Loch im Herzen haben, aufgrund des Verlusts ihres ersten Kindes, bis zum Tag der Wiedererweckung, wenn sie vor Gott stehen werden und Er ihnen enthüllen wird, aus welchem Grund Er die Seele ihres ersten Kindes nahm und sie werden dann verstehen und Gott preisen.

Dies ist die Natur unserer Leben.  Es gibt Dinge; Dinge, die negativ zu sein scheinen; Dinge, die in unseren Leben geschehen und Hindernisse für unseren inneren Frieden zu sein scheinen, weil wir sie nicht verstehen oder warum sie uns geschahen, aber wir müssen sie hinnehmen. 

Sie sind von Gott, und wir müssen absolut glauben, dass es Gott ist, der dahinter steht, ob wir es sehen können oder nicht.  Dann wenden wir uns den Dingen zu, die wir ändern können.  Erst erkennen wir sie und dann gehen wir zum zweiten Schritt über, und das ist, die Hindernisse zu entfernen, indem wir Lösungen für sie suchen.  Um die Hindernissse zu entfernen, müssen wir uns darauf verlassen, sie selbst zu verändern, denn Gott sagt:   

“Gewiss, Gott ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht selbst das ändern, was in ihnen selbst ist...” (Quran 13:11)

Dies ist ein Bereich, über den wir Kontrolle haben.  Wir können Geduld entwickeln, obwohl allgemein angenommen wird, dass manche Menschen einfach mit Geduld geboren werden. 

Ein Mann kam zum Propheten, möge Gott seinen Namen erhöhen, und fragte, was er bräuchte, um ins Paradies zu kommen, da sagte ihn der Prophet: "Zürne nicht." (Sahieh Al-Bukhari)

Dieser Mann war jemand, der leicht wütend wurde, also sagte ihm der Prophet, er müsse seine wütende Natur ändern.  Also ist es machbar, seinen Charakter zu verändern.        

Der Prophet sagte ebenfalls: "Wer behauptet, geduldig zu sein (mit dem Wunsch, geduldig zu sein), dem wird Gott Geduld geben.”  

Dies wird bei Sahieh Al-Bukhari berichtet.  Dies bedeutet, dass obwohl manche Menschen geduldig geboren wurden, der Rest von uns lernen kann, geduldig zu sein. 

Interessanterweise pflegten sie uns in der westlichen Psychatrie und Psychologie zu erzählen, dass wir alles ´rauslassen´ sollen, nichts zurückhalten, sonst würden wir explodieren, also wäre es besser, es loszuwerden.  

Später haben sie festgestellt, dass wenn Menschen alles ´rauslassen´, dann platzen kleine Blutgefäße in ihren Gehirnen, weil sie so wütend wurden.  Sie fanden heraus, dass es tatsächlich gefährlich und möglicherweise schädigend ist, alles ´herauszulassen´.  Also sagen sie jetzt, dass es besser ist, nicht alles ´herauszulassen´. 

Der Prophet wies uns an, geduldig zu sein, daher sollten wir äußerlich geduldig wirken, auch wenn wir innerlich brodeln.  Und wir sollten nicht versuchen, äußerlich geduldig zu erscheinen, um die Menschen zu betrügen; sondern wir sollten es tun, um Geduld zu entwickeln.  Wenn wir darin beharrlich sind, dann wird dieses äußerliche Bild der Geduld auch innerlich und als Ergebnis dessen wird vollständige Geduld erreicht, und sie ist erreichbar, wie in dem zitierten Hadith erwähnt wird.    

Eine der Methoden besteht darin, zu schauen, welche Rolle materielle Elemente in unseren Leben spielen in bezug auf Geduld und dass wir sie erreichen. 

Der Prophet gab uns Anweisungen, wie wir mit diesen Elementen umgehen sollen, indem er sagte: 

“Blickt nicht auf jene über euch, die glücklicher sind als ihr, sondern blickt anstatt dessen auf diejenigen unter euch oder weniger glücklich...”

Dies ist so, denn egal wie unsere Situation aussieht, es gibt immer noch welche, denen es noch schlechter als uns geht.  Dies sollte im Hinblick auf unser materielles Leben unsere allgemeine Strategie sein.  Heutzutage nimmt das materielle Leben einen riesigen Platz in unseren Leben ein, wir scheinen davon besessen zu sein; in dieser Welt alles zu verdienen, scheint die Hauptsache zu sein, auf die die meisten von uns ihre Energie verwenden.  Wenn also jemand dies tun muss, dann sollte er davon aber nicht seinen inneren Frieden beeinträchtigen lassen. 

Wenn wir uns mit der materiellen Welt beschäftigen, sollten wir nicht ständig diejenigen betrachten, denen es besser als uns geht, denn sonst werden wir nie mit dem, was wir haben, zufrieden sein.  Der Prophet sagte:

“Wenn man dem Sohn Adams ein Tal voller Gold gäbe, würde er noch ein weiteres wollen.” (Sahieh Muslim)

Die Aussage ist, dass Gras auf der anderen Seite immer grüner ist; und je mehr eine Person hat, desto mehr will sie.  Wir können keine Zufriedenheit in der materiellen Welt erreichen, wenn wir auf diese Weise hinter ihr herjagen; wir sollten lieber auf diejenigen schauen, die weniger glücklich sind als wir, auf diese Weise werden wir uns an die Gaben, Vorteile und Gnade erinnern, die Gott uns in unserem eigenen Vermögen gewährt hat, egal wie gering es zu sein scheint. 

Da gibt es noch eine andere Aussage des Propheten Muhammad, die uns dabei hilft, im Bereich der materiellen Welt unsere Angelegenheiten an die passenden Stellen einzuordnen und es ist ein prophetisches Beispiel von Steven Conveys[1] Prinzip "erste Dinge zuerst".  Der Prophet hat dieses Prinzip bereits vor 1400 Jahren beschrieben und für die Gläubigen formuliert, indem er sagte: 

“Wer diese Welt zu seinem Ziel macht, dem wird Gott seine Angelegenheiten durcheinander bringen und Armut vor seine Augen platzieren, und er wird nicht in der Lage sein, irgendetwas von dieser Welt zu erreichen außer dem, was Gott bereits für ihn vorgeschrieben hat...” (Ibn Maajah, Ibn Hibbaan)

Also wird diese Person ihre Angelegenheiten nicht geregelt bekommen, sie wird wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her rennen; wenn sie diese Welt zu ihrem Ziel macht.  Gott wird Armut vor sie setzen und egal, wieviel Geld sie hat, sie wird sich immer arm vorkommen.  Jedesmal, wenn jemand freundlich zu dieser Person ist oder sie anlächelt, denkt sie, dass sie das nur tun, weil sie ihr Geld wollen, sie vertraut niemandem und und ist nie glücklich. 

Wenn es einen Börsenkrach gibt, kannst du von einigen lesen, die darin investiert haben und Selbstmord begangen haben.  Jemand kann acht Millionen besessen haben und fünf Millionen davon verloren haben, wobei ihm drei Millionen übrig bleiben, nach dem Krach an der Börse; aber fünf Millionen zu verlieren, kommt ihm vor wie das Ende.  Er findet das Leben nicht mehr lebenswert, denn Gott hat Armut zwischen seine Augen gesetzt. 



Footnotes:

[1] Stephen Covey ist eine international anerkannter führende Autorität und der Begründer des Covey Leadership Centers.  Er erhielt sein M.B

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