Die Voraussetzungen für das Bekenntnis der Einzigkeit Gottes

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Die Voraussetzungen für das Bekenntnis der Einzigkeit Gottes

Die Gelehrten bestimmten 7 Voraussetzungen für die Aufrichtigkeit des Glaubensbekenntnisses. Das Bekenntnis ist erst dann aufrichtig, wenn sich der Diener vollkommen an all diesen Voraussetzungen gemeinsam festhält.([i]) Gemeint ist aber nicht, dessen Wörter aufzuzählen oder auswendig zu lernen. Denn es gibt unzählige Laien, die das Bekenntnis sagen können. Wenn diese aber nach der Bedeutung des Glaubensbekenntnisses gefragt würden, könnten sie das gar nicht erklären. Wie viele Menschen können die Wörter des Glaubensbekenntnisses auswendig, während sie Fehler  begehen, die  den Grundlagen des Bekenntnisses widersprechen..

Diese Voraussetzungen wurden durch Herausfolgerung und Induktion festgesetzt. Der islamische Gelehrte Hafez Al-Hekmy dichtete sie wie Folgendes:

Wissen, Gewissheit, Annahme und Nachkommen, begreife, was ich sage!

Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Liebe, möge Allah dir Erfolg in dem verleihen, was Er liebt!([ii])

Ein anderer dichtete:

Sicheres Wissen, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, zusammen mit Liebe zu Allah, Nachkommen und absolute Annahme.

Ein dritter fügte eine achte Vorraussetzung hinzu und sagte:

Die Achte ist dein Leugnen von anderen Göttern außer Allah.

Diese achte Vorraussetzung ist folgender prophetischen Überlieferung entnommen: "Wer 'Es gibt keinen Gott außer Allah' sagt, und andere Götter leugnet, dem sollen Blut und Vermögen unversehrt bleiben."([iii])

Das waren die 7 Vorraussetzungen, zusammen mit der hinzugefügten 8. Voraussetzung, im Allgemeinen, und im Folgenden werden sie ausführlich erklärt.

  1. Das Wissen:

Hier ist jenes Wissen gemeint, das die Leugnung aller Götter außer Allah, die Bestätigung der Anbetung Allahs und die Durchführung aller damit verbundenen Taten umfasst. Mit anderen Worten: Wenn der Diener weiß, dass Allah der wahre Gott ist und dass die Anbetung anderer Götter falsch ist, und tut gemäß dieses Wissens Gutes, dann weiß er die echte Bedeutung des Glaubensbekenntnisses. Das Gegenteil dessen ist das Unwissen; d.h., dass der Diener nicht weiß, dass er Allah ALLEINE anbeten muss, und sieht, dass es möglich sein könnte, andere Götter mit Allah anzubeten. Allah sagt im Koran:„Wisse also, dass es keinen Gott außer Allah gibt.“(Muhammad 47: 19).Und Er sagte: „...außer wer der Wahrheit entsprechend bezeugt, und sie wissen (es).“(Al-Zukhruf 43: 86)Hier sind jene gemeint, die ‚Es gibt keinen Gott außer Allah’ bezeugen, während ihre Herzen erkennen, was ihre Zungen sagen. Er – erhaben sei Er – sagt: „Allah bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm; und (ebenso bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen und Allweisen.“(Al-Imran 3: 18), und Er sagt: „...Sag: Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich? Doch bedenken nur diejenigen, die Verstand besitzen.“(Az-Zummar 39: 9), und Er sagt auch: „...Allah fürchten von Seinen Dienern eben nur die Gelehrten.“(Fatir 35: 28), und:„Diese Gleichnisse prägen Wir für die Menschen. Aber nur diejenigen verstehen sie, die Wissen besitzen.“(Al-Ankabut 29: 43)

In der richtigen Überlieferung, die Othman berichtete: Der Prophet (s)([iv]) sagte: „Wer stirbt, während er weiß, dass es keinen Gott außer Allah gibt, der wird ins Paradies gehen.“([v])

  1. Die Gewissheit:

Das bedeutet, dass man das Glaubensbekenntnis mit Gewissheit in seinem Herzen ausspricht, weit von den Zweifeln, die Menschen und Teufeln flüstern können. Man sollte diese Worte aussprechen, indem er ganz fest und sicher an deren Bedeutung glaubt. Wer das Glaubensbekenntnis ausspricht, muss es auch mit Herzen erkennen und an die Richtigkeit dessen glauben, was er sagt, nämlich dass Allah alleine der wahre Gott ist, dass andere Götter falsch sind und dass es sich nicht gehört, anderen Göttern oder Götzen gegenüber Dienerschaft und Vergötterung zu zeigen. Wenn es Zweifel an seinem Bekenntnis bestehen würde, oder er mit der Verehrung anderer Götzen nicht aufhört, – wenn er z.B. sagt: Ich bezeuge die GottheitAllahs, aber ich zögere noch, die Vergötterung anderer zu leugnen –, wird sein Bekenntnis verworfen, und es wird ihm niemals nützen. Allah – erhaben sei Er – lobt die Gläubigen im Koran:„und die an das glauben, was zu dir (an Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt wurde, und die vom Jenseits überzeugt sind.“(Al-Baqara 2: 4) Er lobt sie auch in dem Vers: „Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln.“ (Al-Hugurat 49: 15). Er tadelt die Heuchler: „und deren Herzen zweifeln; so zaudern sie in ihrem Zweifel.“(At-Tawba 9: 45) Im Buch der prophetischen Überlieferung "Sahih Muslim" steht es: Abu Huraira berichtete: Der Prophet (s) sagte: “Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und dass ich der Gesandte Allahs bin. Wer Allah mit diesem Bekenntnis ohne jeden Zweifel begegnet, wird bestimmt ins Paradies gehen.“([vi]) Der Prophet (s) sagte (in seinen letzten Tagen) auch zu einem seiner Gefährten: „Wen du hinter dieser Wand jemanden siehst, der bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, so verkünde ihm das Paradies!“([vii])

  1. Die Annahme:

Die Annahme bedeutet, dass man allem, was das Bekenntnis verlangt, mit seinem Herzen und mit seiner Zunge nachkommt. Da sollte er die Aussagen Allahs und seines Propheten (s) glauben und den Geboten folgen, und an alles glauben, was von Allah und von seinem Propheten (s) überliefert ist. Er sollte das alles annehmen, und darf Nichts davon zurückweisen. Er darf die heiligen Texte nicht verderbend interpretieren, oder sie verfälschen, sondern er sollte an die Mitteilungen glauben, den Geboten nachkommen und alles mit Erleichterung und offenem Herzen akzeptieren, wie das Glaubensbekenntnis verlangt.

Allah beschreibt die Annahme der Gläubigen, die gehorsam sind, und die nichts zurückweisen: „Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen. (Gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang.“(Al-Baqara 2: 285) Und Er sagt auch: „Sagt: Wir glauben an Allah und an das, was zu uns (als Offenbarung) herabgesandt worden ist„(Al-Baqara 2: 136). Das Gegenteil von der Annahme ist die Ablehnung. Es gibt nämlich Menschen, die die Bedeutung des Glaubenbekenntnisses wissen, aber sie weisen es aus Hochmut und Neid zurück. So sind doch die jüdischen und christlichen Gelehrten, wie Allah sie im Koran beschreibt: „Diejenigen, denen Wir die Schrift gegeben haben, kennen es, wie sie ihre Söhne kennen. Aber ein Teil von ihnen verheimlicht wahrlich die Wahrheit, obwohl sie (sie) wissen.“(Al-Baqara 2: 146). Und Er sagt auch: „...aus Missgunst von sich selbst aus, nachdem ihnen die Wahrheit klargeworden ist.“(Al-Baqara 2: 109).So waren auch die Polytheisten zur Zeit des Propheten (s). Sie wussten schon die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses, und dass die Botschaft des Propheten Muhammad (s) aufrichtig war, aber sie waren zu hochmütig, es anzunehmen. Allah sagt über sie: „denn sie pflegten, wenn zu ihnen gesagt wurde: „Es gibt keinen Gott außer Allah“, sich hochmütig zu verhalten.“(Al-Saffaat 37: 35). Er sagte auch über sie:“...Aber nicht dich bezichtigen sie (in Wirklichkeit) der Lüge, sondern die Zeichen Allahs verleugnen die(se) Ungerechten.“(Al-Anaam 6: 33). So ähnlich war der Fall Pharaons mit Moses (a.s).

Was auch für Zurückweisung und Ablehnung gehalten wird, ist der Widerspruch gegen manche islamischen Gesetze bzw. die von Allah - erhaben sei Er - auferlegten Gebote und Verbote, wie der Widerspruch gegen die Bestrafungdes Diebstahls und des Ehebruchs, gegen die Polygamie oder das Erbrecht u.ä. Das alles gilt als Ablehnung und Zurückweisung, denn Allah sagt im Koran: „O die ihr glaubt, tretet allesamt in den Islām ein„(Al-Baqara 2: 208). Er sagt auch:„Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen.“(Al-Ahzab 33: 36). Was auch als Zurückweisung gilt, ist, wenn man eine der Namen und Eigenschaften Allahs leugnet, oder sie mit denen Seiner Geschöpfe vergleicht.

 

  1. Das Nachkommen:

Das bedeutet, dass man dem nachkommt, auf das das Glaubensbekenntnis hinweist. Der Unterschied zwischen Annahme und Nachkommen ist, dass die Annahme die Hingabe zum Glaubensbekenntnis mit Worten zeigt, während das Nachkommen die Hingabe durch Taten bedeutet. Bei beiden Fällen muss das Folgen der Geboten vorhanden sein. Mit Nachkommen meint man also, die Hingebung und die Unterwerfung zu zeigen, und dass man Nichts von den Vorschriften Allahs widerspricht. Allah sagt:„Und wendet euch eurem Herrn reuig zu und seid Ihm ergeben“(Az-Zummar 39: 54), und Er sagt: „Wer hätte eine bessere Religion, als wer sein Gesicht Allah hingibt und dabei Gutes tut“   (An-Nisaa 4: 125), und Er sagt auch:„Wer sich Allah völlig hingibt und dabei Gutes tut, der hält sich an die festeste Handhabe.“(Luqman 31: 22). Allah – erhaben sei Er – lobt den Propheten Ibrahim (a.s)([viii]):„(Damals,) als sein Herr zu ihm sagte: „Werde Muslim!“ Ich habe mich dem Herrn der Weltenbewohner ergeben.“(Al-Baqara 2: 131). Unter Nachkommen versteht man auch, dass man die Bestimmungen des Propheten (s) mit Zufriedenheit und Praktizieren annimmt, ohne diesen Bestimmungen zu widersprechen, etwas dazu hinzuzufügen oder etwas davon auszulassen. Allah – erhaben sei Er – sagt: „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.(An-Nisaa 4: 65)

Wenn jemand die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses erkennen würde, wenn diese ihm bewusst wäre, und er sie auch annähme, jedoch ihr nicht nachkäme, oder gemäß ihr nicht handelte, würde das ihm nichts nützen. Genauso war es der Fall von Abu Talib (der Onkel des Propheten (s). Er wusste schon, dass die Botschaft des Propheten (s) aufrichtig ist, und erkannte das sogar an, als er den Propheten (s) verteidigend sagte: "O Muhammad! Sie (die Heiden) werden dich nie verletzen, solange ich am Leben bin. Fahre dann doch mal mit deiner Botschaft fort, und sei nie betrübt, sondern freue dich darauf! Ich erkenne schon an, dass die Botschaft Muhammads eine der besten Religionen der Menschheit ist. Wenn es aber bei mir Angst vor Vorwürfe nicht gäbe, hätte ich das ganz erleichtert und offen gesagt."

Was hat denn Abu Talib gefehlt? Was ihm fehlte, ist die Hingebung und die Unterwerfung. So ist auch der Fall bei manchen Orientalisten. Sie bewundern den Islam, gestehen seine Aufrichtigkeit und erkennen das offen an. Manche Muslime freuen sich über diese Leute, und loben ihre Sachlichkeit und Objektivität. Aber die Bewunderung des Islams vonseiten dieser Leute, ihre Gewissheit und ihre Anerkennung dessen reichen doch gar nicht aus. Es muss noch die Hingebung da sein. Zur Nicht-Hingebung gehört, die Gesetze Allahs abzulehnen, und andere weltliche Gesetze anzunehmen, wie das Französische, das Englische, das Schweizerische usw.

 

  1. Die Ehrlichkeit:

Dasbedeutet die Ehrlichkeit Allah gegenüber, und dass man einen ehrlichen tiefen Glauben hat. Wenn man das tut, dann wird man bestimmt immer mit dem übereinstimmen, was der Koran und die Prophetischen Überlieferungen mitteilen. Die Ehrlichkeit ist die Grundlage der Aussagen. Zur Ehrlichkeit gehört, dass man aufrichtig in der Berufung zu Allah sein wird, dass er sich immer um die Anbetung seines Gottes bemüht, und auch darum, sich an Seinen Geboten und Verboten zu halten. Allah sagt im Koran: „O ihr, die ihr glaubt,fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen!“(At-Tawba 9: 119). Er – erhaben sei Er - bezeichnet auch die Gefährten des Propheten (s) wie folgt: „Unter den Gläubigen gibt es Männer, die das wahr gemacht haben, wozu sie sich Allah gegenüber verpflichteten.“(Al-Ahzab 33: 23), und Er sagt: „Derjenige aber, der mit der Wahrheit kommt (,) und (derjenige andere, der) sie für wahr hält.“(Az-Zummar 39: 33)

Die Ehrlichkeit als Voraussetzung für das Glaubensbekenntnis wurde in einer prophetischen Überlieferung bestimmt: "Wer das Glaubensbekenntnis 'Es gibt keinen Gott außer Allah' mit Ehrlichkeit und vom tiefen Herzen sagt, wird ins Paradies gehen."([ix])

Das Gegenteil von der Ehrlichkeit ist das Lügen. Wenn man in seinem Glauben lügt, ist er nicht mehr Gläubiger, sondern Heuchler, auch wenn er das Bekenntnis ausspricht. Er wird dann schlimmer als der Heide, der seine Leugnung offen zeigt. Also wenn er das Glaubensbekenntnis nur mit der Zunge sagt, während er seine Bedeutungen im Herzen leugnet, wird ihn das Bekenntnis nicht schützen, und da wird er zu den Heuchlern gezählt. Allah berichtete über sie, dass sie sagten: „Wir bezeugen, dass du wahrlich Allahs Gesandter bist“.“(Al-Munafiqun 63: 1). Dann erwiderte Allah: „Allah weiß, dass du fürwahr Sein Gesandter bist; doch Allah bezeugt, dass die Heuchler wahrlich lügen.“(Al-Munafiqun 63: 1). Allah sagte auch über sie: „Unter den Menschen gibt es manche, die sagen: „Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag“, doch sind sie nicht gläubig.“  (Al-Baqara 2: 8),  und Er sagt auch:„Unter den Menschen gibt es manch einen, dessen Worte über das diesseitige Leben dir gefallen, und der Allah zum Zeugen nimmt für das, was in seinem Herzen ist. Dabei ist er der hartnäckigste Widersacher.“(Al-Baqara 2: 204)

Die Beweise dafür sind sehr viel, und sie werden am Anfang der Sure Al-Baqara (Sure 2) und der Sure Al-Tauba (Sure 9) aufgezählt. Wenn die Taten des Menschen bzw. sein Glaube auf einer richtigen Grundlage basieren, so wird der Glaube auch stark und richtig; und so werden die Taten von Allah angenommen. Und umgekehrt genau so. Erwähnenswert ist es auch, dass die Menschen im Hinblick auf die Ehrlichkeit sich erheblich unterscheiden. Was der Ehrlichkeit des Glaubensbekenntnisses widerspricht, ist, alles oder einiges zu leugnen, was der Prophet (s) mitteilte. Denn Allah – erhaben sei Er – hat uns befohlen, dem Propheten (s) zu folgen. Er – erhaben sei Er – verbindet Seine Anbetung mit dem Folgen des Propheten (s). Er sagte: „Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah„(An-Nisaa 4: 80)

Einige Menschen missverstehen die Beziehung zwischen Gewissheit und Ehrlichkeit. Man sagt: Die Gewissheit des Glaubens ist umfassender als die Ehrlichkeit dessen. Demnach ist jeder Mensch, dessen Glauben gewiss ist, selbstverständlich ehrlich in seinem Glauben, aber nicht jeder, dessen Glauben ehrlich ist, ist in seinem Glauben gewiss. Die islamischen Gelehrten sagen: Zwischen beiden Begriffen besteht Hyperonymie und Hyponymie. Das heißt, dass der Mensch, dessen Glauben gewiss ist, die Stufe der Ehrlichkeit des Glaubens schon überschritten hat.

  1. Die Aufrichtigkeit:

Das bedeutet, dass man mit guter Absicht all seine Taten von allen Überresten der Götzendienerei läutert. Das heißt, dass alles, was von ihm an Aussagen und Taten stammt, nur um Allahs Willen ist, d.h. frei von allen Arten der Heuchelei, des Ruhms, des Nutzens, der persönlichen Zwecke, der innerlichen und äußerlichen Begierde, der Liebe zu einer Person, einem Grundsatz oder zu einer Glaubensrichtung bzw. einer Partei, der man sich ohne Allahs Rechtleitung hingibt. Die Aufrichtigkeit ist auch wichtig in der Berufung zu Allah. Man sollte dann seine Berufung nicht zum Job machen, von dem man Geld verdient, oder als Mittel, durch das man einem Menschen näher kommt, oder zu Ruhm und Macht gelangt. Seine Berufung sollte auf Allahs Wohlgefallen und auf die Belohnung im Jenseits zielen. Man sollte sein Herz nicht an Menschen wenden, um von ihnen Dank oder Lohn zu erhalten.

Der Koran und die prophetische Überlieferung erwähnen die Aufrichtigkeit des Glaubens sehr oft, fordern dazu auf und warnen vor dem Gegenteil der Aufrichtigkeit. Der Koran sagt:„Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion.“(Az-Zummar 39: 3),und:„Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und (dabei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (zu sein)“ (Al-Bayyena 98: 5). Allah – erhaben sei Er – sagt auch:„Sag: Allah (allein) diene ich und bin dabei Ihm gegenüber aufrichtig in meiner Religion.“(Az-Zummar 39: 14).Abu Huraira berichtete: Der Prophet (s) sagte: „Der Glücklichste mit meiner Fürbitte am Tag der Auferstehung ist derjenige, der das Glaubensbekenntnis "Es gibt keinen Gott außer Allah" aus tiefstem  Herzen sagt.“([x]) In den beiden richtigsten Überlieferungsbüchern ("Sahih Al Bukhari" und "Sahih Muslim") berichtete Utban nach dem Propheten (s): „Allah hat demjenigen den Höllezutritt verboten, der ‚Es gibt keinen Gott außer Allah’ sagt, indem er das Wohlgefallen Allahs will.“([xi]) Was zur Aufrichtigkeit auch gehört, ist das Folgen des Propheten Muhammad (s), indem man sich nur auf seine Überlieferungen und Gesetze beschränkt, und jede Ketzerei, jede Abwendung von der Religion verlässt. Dazu gehört auch, dass man sich von jedem menschlichen Gesetz abwendet, welches den prophetischen Gesetzen widerspricht. Falls er sich damit zufrieden stellt oder damit verurteilt, dann ist sein Glauben nicht aufrichtig. Das Gegenteil von Aufrichtigkeit ist der Polytheismus, die Heuchelei und das Folgen anderer Ziele als Allahs Wohlgefallen. 

Wenn dem Diener die Aufrichtigkeit fehlte, würde ihm das Bekenntnis gar nicht nützen. Allah – erhaben sei Er – sagt: „Und Wir werden Uns den Werken, die sie getan haben, zuwenden und sie zu verwehtem Staub machen.“(Al-Furqan 25: 23)Keine guten Werke, die er gemacht hat, werden ihm nützen, weil ihm die Grundlage fehlt. Allah sagt: „Allah vergibt gewiss nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. Wer Allah (etwas) beigesellt, der hat fürwahr eine gewaltige Sünde ersonnen.“(An-Nisaa 4: 48)

Abu Huraira berichtete: Der Prophet (s) sagte: „Allah – erhaben sei Er – sagte: ‚Ich bin absolut der, der keiner Partnerschaft bedarf. Wer also etwas tut und es dabei einem anderen widmet außer Mir, von dem sage ich mich los und überlasse ihn dem anderen.“([xii]) Wenn die Aufrichtigkeit in einer Tat nicht vorhanden ist, wird die Tat nicht belohnt. Kurz: Die Aufrichtigkeit ist die Läuterung der Tat von jeder Unreinheit des Polytheismus oder der Seelenbegierden. Zu Seelenbegierden zählt man das Verlangen nach gutem Ruf, nach Lob, nach Ehre, Liebe und Dienstleistungen und das Vermeiden von Tadeln, sowie viele andere Unreinheiten, die mit dem Suchen nach Allahs Wohlgefallen nicht übereinstimmen. Der Grundsatz der Aufrichtigkeit ist, dass das einzige Motiv zu den guten Taten das Wohlgefallen Allahs ist.

Es wäre nicht tadelnswert, wenn man dann andere Ziele anstrebt, z.B., dass man sich das Paradies wünscht oder dass man von der Hölle verschont bleiben will. Es kann auch die Aufrichtigkeit des Glaubens - nachdem man Allahs Wohlgefallen erzielt - nicht beeinträchtigen, dass man überzeugt ist, dass die guten Taten auf das Leben positiv wirken: Die Zuversicht der Seele, das Gefühl der Geborgenheit und des Schutzes vor Demütigung, sowie viele andere gute Folgen der guten Taten, die den Menschen immer weiter zur Anbetung Allahs ermutigen.

  1. Die Liebe:

Liebe bedeutet, dass man dieses großartige Wort – das Glaubensbekenntnis – seine Bedeutung und alles, was es erfordert, liebt. So liebt man Allah und seinen Gesandten über alles, und kommt den Bedingungen dieser Liebe nach. Seine Liebe zu Allah muss nämlich mit Verherrlichung, Ehrfurcht und Hoffnung verbunden sein. Man liebt dann die von Allah geliebten Orte, wie Mekka, Medina und die Moscheen im Allgemeinen; auch die von Allah geliebten Zeiten, wie den Monat Ramadan, die ersten zehn Tage vom Monat Zul-Hidja u.a., die von Allah geliebten Personen wie die Propheten, die Gesandten, die Engel, die Aufrichtigen, die Märtyrer und die Frommen, die von Allah geliebten Taten wie das Beten, das Almosenspenden, das Fasten und die Pilgerfahrt und die von Allah geliebten Aussagen wie das Gedenken Allahs und das Koranlesen. Unter Liebe versteht man auch, dass man die von Allah geliebten Dinge bevorzugt, und zwar mehr als die eigenen Wünsche und Begierden, denn die Hölle ist von Gelüsten umgeben, während das Paradies von Widerwärtigkeiten umgeben ist.

Unter den Bedingungen der Liebe ist auch, dass man es nicht liebt, was Allah und sein Gesandter nicht lieben. So sollte er die Heiden nicht lieben, vielmehr soll er die Ungläubigen, die Frevler und die Ungehorsamen hassen. Allah sagt: „O die ihr glaubt, wer von euch sich von seiner Religion abkehrt –, so wird Allah Leute bringen, die Er liebt und die Ihn lieben, bescheiden gegenüber den Gläubigen, mächtig (auftretend) gegenüber den Ungläubigen, und die sich auf Allahs Weg abmühen und nicht den Tadel des Tadlers fürchten.“(Al-Maida 5: 54), und Er sagt auch: „Du findest keine Leute, die an Allah und den Jüngsten Tag glauben und denjenigen Zuneigung bezeigen, die Allah und Seinem Gesandten zuwiderhandeln, auch wenn diese ihre Väter wären oder ihre Söhne oder ihre Brüder oder ihre Sippenmitglieder.“ (Al-Mugadila 58: 22)

Er – erhaben sei Er - sagt auch: „Sag: Wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Gattinnen und eure Sippemitglieder, Besitz, den ihr erworben habt, Handel, dessen Niedergang ihr fürchtet, und Wohnungen, an denen ihr Gefallen findet, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und das Abmühen auf Seinem Weg, dann wartet ab, bis Allah mit Seiner Anordnung kommt! Allah leitet das Volk der Frevler nicht recht.“ (At-Tawba 9: 24)

In einer prophetischen Überlieferung heißt es: “Es gibt drei Eigenschaften; wenn einer von euch eine von ihnen besitzt, findet er die Schönheit des Glaubens: … und wenn Allah und sein Gesandter ihm lieber als jedes andere sind.“([xiii]) Der Beweis für diese Liebe ist die Hingabe zu den Gesetzen Allahs sowie die Gehorsamkeit gegenüber dem Propheten Muhammad (s). Allah – erhaben sei Er - sagt: „Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“(Al-Imran 3: 31). Das Gegenteil von der Liebe ist der Hass des Glaubensbekenntnisses, seiner Bedeutung und alles, was es erfordert, oder auch die Liebe zu anderen außer zu Allah. Allah sagt: „Dies, weil ihnen zuwider ist, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und so lässt Er ihre Werke hinfällig werden.“(Muhammad 47: 9)

Er – erhaben sei Er - sagt auch: „Und doch gibt es unter den Menschen manche, die außer Allah andere als Seinesgleichen annehmen und ihnen dieselbe Liebe schenken wie Allah. Aber diejenigen, die (wirklich) glauben, sind stärker in ihrer Liebe zu Allah. Und wenn doch diejenigen, die Unrecht tun, wenn sie der Strafe angesichtig werden, erkennen würden, dass alle Stärke Allah gehört und dass Allah streng im Strafen ist.“(Al-Baqara 2: 165)

Diese Leute, die im Vers beschrieben werden, lieben doch Allah, aber sie lieben andere auch mit Ihm – erhaben sei Er – und im selben Maß, wie es die Gelehrten interpretiert haben. Trotzdem werden sie von Allah als Unrecht-Tuendebezeichnet. Das Unrecht hier ist der Polytheismus, weil Allah – erhaben sei Er -  in folgendem Vers sagt: „Und sie werden aus dem (Höllen)feuer nicht herauskommen.“(Al-Baqara 2:167)

Wenn dies der Fall dessen ist, der andere mit Allah (im selben Maß) zugleich liebt, wie wäre es mit jenem Menschen, der andere mehr als Allah liebt? Oder jenem Menschen, der andere und nicht Allah – erhaben sei Er – liebt? Oder jenem, der andere liebt, und Allah hasst und mit Ihm verfeindet ist? Was auch gegen die Liebe verstößt, ist, den Propheten (s) zu hassen, oder seine Gebote ganz oder teilweise zu vernachlässigen. Was der Liebe zuwiderhandelt ist auch, sich mit den Feinden Allahs unter den Juden und den Christen und allen anderen Heiden und Götzendienernzu verbünden, sowie die Feindseligkeit gegenüber den Näherstehenden Allahs zu zeigen. Was der Vollkommenheit der Liebe widerspricht, sind bestimmt auch die Sünden.

Wir beten Allah – erhaben sei Er -, dass Er uns Seine Liebe angedeiht, und auch die Liebe dessen, den Er liebt, sowie die Liebe zu solchen Taten, die uns Seiner Liebe näherbringen können. Er ist doch dazu mächtig, und möge unser Beten annehmen!

Allah segne seinen Propheten und schenke ihm Heil.



([i])  Siehe:

    - Die Erklärungen vom Buch „Die Einzigkeit. Die Erleichterung des Mächtigen und des Lobenswerten und die Öffnung des Gepriesenen“

- Die Bemerkungen von Ibn Qasim um die Interpretationen des Glaubensbekenntnisses.

- „Die Stufen der Annahme“ vom Scheich Hafez El Hekmy, S. 273 - 284.

- „Das Glaubensbekenntnis“ vom Scheich Abdullah Ibn Gabreen, S. 77, 85.

    - „Die nützlichen Antworten der Glaubensaufgaben“ vom Scheich Abdulrahman Al Dosry, S. 24 - 26.

- „Es gibt keinen Gott außer Allah. Muhammad ist der Gesandte Allahs“  Erklärt von Dr. Al Sharif  Hamadan Ibn Ragih Al Hagady, S. 36 - 40

- Der Auszug von „Die Stufen der Annahme“ von Hisham Al Okda, S. 99 - 102, und andere Bücher, die darüber sprechen, besonders jene der großen Gelehrten der Berufung.

([ii]) Das Gedicht „Die Leiter zur Grundlagenwissen“, S. 23

([iii]) „Sahih Muslim“, (23)

([iv]) (s) Salla-l-lahu alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (33:56) bei der Erwähnung des Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

([v]) „Sahih Muslim“, die Erklärung von An-Nawawai, 1/218

([vi]) „Sahih Muslim“, die Erklärung von An-Nawawai, 1/224

([vii]) „Sahih Muslim“, 1/237

([viii])          a’laihi assalam: Friede auf ihm. Wird der Erwähnung der Propheten beigefügt.

([ix]) Berichtet von Ahmad im „Al Musnad“, 4/16

([x]) „Sahih Al Bukhari“, (99)

([xi]) „Sahih Al Bukhari“, 1/110  und  „Sahih Muslim“, 1/61 

([xii]) „Sahih Muslim“, Nr. (2985)

([xiii]) „Sahih Al Bukhari“, (16)

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