Frieden und Sicherheit (teil 3 von 3): Gottesbewusstsein

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In der Realität können Gesetze allein keinen Frieden und keine Sicherheit hervor bringen.  Dies führt zu einem weiteren wichtigen Faktor, der den Islam vor allen menschlichen Bemühungen zu Frieden und Sicherheit hervor heben.  Der erste und wichtigste Faktor, der zur Sicherheit beiträgt, hat nichts mit Gesetzen zu tun, sondern mit dem, was sich in den Herzen der Menschen befindet.  Das ultimative Ziel des islamischen Gesetzes besteht darin, den Glauben des Einzelnen und der ganzen Gemeinschaft einzurichten, zu kräftigen und zu unterstützen.  Wie zuvor diskutiert bringt dieser Glaube dem Herzen einen Frieden, der gewalttätige Gefühle anderen gegenüber unverzüglich überdeckt.  Außerdem ist ein Teil dieses Glaubens das Einpflanzen von Taqwa (Gottesbewusstsein) in die Herzen der Individuen.  Wie oben bemerkt, bringen dieser Glaube und diese Taqwa Frieden, aber sie halten auch seine Taten zurück.  Sein Benehmen wird von einem Satz allgemeiner Prinzipien bestimmt, und eines der Ziele jener Prinzipien besteht darin, Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.  Wenn man übel gelaunt ist, beispielsweise, ist es selbstverständlich, dass man nicht das Recht besitzt, zu seinem Arbeitsplsatz zu gehen und anzufangen, auf jeden zu schießen, der sich blicken lässt, wie es in den vergangenen Jahren mehr als einmal in den Vereinigten Staaten geschehen ist.  Also gibt es für sein Verhalten Grenzen, die die Sicherheit und den Frieden gewährleisten. 

Es gibt tatsächlich einen sehr wichtigen Punkt, der den gesamten Ausblick einer Person auf das Leben unterstreicht, was wiederum in Frieden und Sicherheit resultiert.  Dieser Glaube und diese Taqwa geben diesem Leben einen Sinn und ein Verständnis von dem Vorhandensein eines edlen Schöpfers und eines Ziels im Leben.  Dieses Leben ist nicht ohne Bedeutung.  Es ist keine Kombination von Zufällen.  Die Menschen stammen nicht einfach von anderen Tieren ab.  Dieses Verständnis allein hat schon einen grundlegenden Effekt auf die Taten des Einzelnen.  Dieser Verfasser hatte persönliche Erfahrungen bei der Arbeit in Gefängnissen in den Vereinigten Staaten gesammelt.  Auf sein Befragen, warum sie ihre Verbrechen begangen haben, lautete die Antwort ohne Ausnahme: „Warum nicht?“  Die einzige Frage war für sie, ob sie erwischt werden oder nicht.  Es gab keine Frage über die Verantwortlichkeit gegenüber einem Schöpfer oder irgendeinen Sinn in diesem Leben.  Man kann wirklich ihrer Art des Denkens nichts entgegensetzen, wenn man dumm genug ist, zu glauben, dass diese Existenz ohne Sinn und nur bloßer Zufall sei. 

Nicht nur, dass man durch Glauben und Taqwa von schlechten Taten abgehalten wird, sondern man entwickelt auch ein übereinstimmendes Verlangen, Gutes zu tun.  An dieser Stelle kann man das berühmte Beispiel vom Verbot des Alkohols in den Vereinigten Staaten nehmen, das 1919 ausgesprochen wurde.  Dieses Gesetz wurde erlassen als Resultat der weitverbreiteten Trunkenheit und auch des Anstiegs an Straftaten und Gewalt.  Obwohl die Menschen die Weisheit hinter dem Gesetz erkannten und an das Gesetz glaubten – und dies war es, warum das Gesetz tatsächlich in Kraft trat – hatten viele von ihnen nichts in ihren Herzen, das sie dazu geführt hätte, dem Gesetz zu gehorchen.  Wenn es Glauben an die Gesetze Gottes  und Taqwa gibt, sieht die Situation ganz anders aus.  Es entwickelt sich ein Hass im Herzen gegen diese Tat, die verbannt wird.  Der Gläubige erkennt, dass die Tat selbst schlecht ist, und – was noch schlimmer ist – sie missfällt seinem Herrn.  Daher hält sich der Gläubige so gut er kann von derartigen verbotenen Sachen zurück.  Und, da Sicherheit das Ergebnis der Anwendung von den Gesetzen Gottes ist, wird dieses Endresultat erzielt. 

Was desweiteren zur Anwendung der Gesetze Gottes, die die Sicherheit gewährleisten,  beiträgt, ist der Nachdruck, den der Islam auf den Gemeinschaftsgeist legt.  In den vergangenen Jahren haben viele Gemeinden in den Vereinigten Staaten als eine Reaktion auf den Mangel an Frieden und Sicherheit etwas entwickelt, das als “neighborhood watches” bekannt ist.  Hierbei kümmern sich Nachbarn um einander und beobachten ihre Umgebung.  Das Ziel ist nicht einfach Verstöße gegen Frieden und Sicherheit zu entdecken, sondern den Menschen zu verdeutlichen, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind und dass sie sich dafür interessieren sollten, was den anderen in ihrer Nachbarschaft geschieht.  Natürlich kann man das, was sie entwickeln nicht mit dem Gemeinschaftsgeist und der Brüderlichkeit vergleichen, die durch den Islam entwickelt werden.  Die Wirklichkeit ist, dass manche Menschen schwach sind, und sie können leicht von ihrem Verlangen oder von schlechten Menschen übermannt werden.  Sie brauchen Menschen, an die sie sich halten können, um auf dem geraden Weg zu bleiben und die ihnen helfen, ihre Schwächen zu überwinden.  Daher ist der Geist der Brüderlichkeit im Islam durchdrungen von der Verpflichtung, sich um die anderen zu kümmern, einander das Gute ans Herz zu legen und von schlechten Taten abzuhalten.  Daher sagt Gott:

Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Aulija (Schutzfreunde): Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse...(Quran 9:71)

Der Prophet Gottes, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte:

“Die Gläubigen sind unter einander wie ein Gebäude: ein Teil kräftigt den anderen.”[1]

Diese Beziehung zwischen den einzelnen Mitgliedern der Gesellschaft, wie der Geist hinter den “Neighborhood Watch“ Programmen, bringen Frieden und Sicherheit für die Individuen der Gesellschaft.

Der Islam trägt sowohl für dieses Leben als auch für das Jenseits Sorge.  Tatsächlich verbindet er die beiden.  Man könnte argumentieren, dass nur durch diese enge Beziehung wahrer Frieden und Sicherheit erreicht werden können.  Rechtleitung muss von Gott kommen – und kann nur von Gott kommen – den Glauben, die Gesetze und die Schritte zu kennen, die Frieden und Sicherheit liefern werden.  Über den Islam kann der Einzelne inneren Frieden finden.  Dieser kann ihm erlauben, im Frieden mit anderen zu leben.  Zur gleichen Zeit hat er die Schritte und Gesetze, die er benötigt, um Frieden und Sicherheit für die ganze Gesellschaft zu sichern.  

 


Footnotes:

[1] Sahieh Al-Bukhari und Sahieh Muslim.

 

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