Kapitel 2

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Der Schirk: Seine Definition und Formen

 

A. Definition:

 

Schirk bedeutet, Allah einen Partner zu zuschreiben in Seiner Rubuubiyah (Herrschaft) und Uluuhiyyah (Anbetung). Die verbreiteste Art des Schirks ist der Schirk der Anbetung, was mit der Anrufung anderer, neben Allah, verbunden ist, oder das Widmen von religiösen Handlungen wie: Schächten, Eide, Furcht, Hoffnung und Liebe. Schirk ist die schwerste aller Sünden, unteranderem weil:

 

1 Dies der Vergleich der Geschöpfe mit dem Schöpfer hinsichtlich der Eigenschaften der Göttlichkeit ist. Denn derjenigen, der Allah einen Partner zuschreibt, vergleicht ihn tatsächlich mit Ihm (Allah) . Das ist die schwerwiegendste Ungerechtigkeit. Allahu Ta’ala sagt:

 

„die Mitgötterei ist ja bestimmt ein gewaltiges Unrecht.“ [Surah Luqman (31):13]

 

Ungerechtigkeit ist, wenn eine Sache an eine nicht für sie bestimmte Stelle getan wird. Hat derjenige, der andere neben Allah anbetet, die Anbetung an einer ungeeigneten Stelle angewendet, und widmet sie jemandem, der es nicht würdig ist, dann ist dies eine grobe Ungerechtigkeit.

2 Allah hat gesagt, dass Er demjenigen nicht vergibt, der diesbezüglich keine Reue ablegt. Er sagte:

 

„Allah verzeiht ja nicht, dass man Ihm (etwas) beigesellt. Doch was außer diesem ist, vergibt Er, wem Er will. [Surah an-Nisa (4):48]

 

3 Allah hat gesagt, dass einem Muschrik die Jannah (der himmlische Garten)  verboten ist und dass er für die Ewigkeit im Höllenfeuer verweilen wird.

Allah, der Erhabene, sagt:

 

„Bestimmt haben schon diejenigen den Glauben verweigert, die sagten: ’Allah ist ja der Messias, Sohn Mariams’, und es sagte der Messias: ‚Ihr, Kinder Israils, dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn, wer Allah (etwas) beigesellt, dem verbietet Allah das Paradies, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen)feuer sein, und für die Ungerechten gibt es keine Helfer. [Surah al-Ma’ida (5):72]

 

4 Schirk löscht alle guten Taten aus. Allah, der Erhabene, sagt:

 

„Dies ist die Rechtleitung Allahs, Er leitet damit recht, wen Er will von Seinen Dienern, und wenn sie (Ihm) aber (andere) beigesellt hätten, wäre für sie wahrlich hinfällig geworden, was sie zu tun pflegten. [Surah al-An’am (6):88]

 

Und Allah sagt: „Und bestimmt wurde dir schon offenbart und denjenigen, die vor dir waren: „Wenn du (Allah andere) beigesellst, wird dein Tun ganz gewiß hinfällig, und ganz bestimmt bist du einer von den Verlierern!“ (Surah az-Zumar (39):65)

 

5 Schirk ist die schwerwiegendste aller großen Sünden. Der Gesandte Allahs  sagte: „Soll ich euch über die schwerwiegendste aller großen Sünden berichten?“ Wir sagten: „Sicher, o Gesandter Allahs.“ Er sagte: „Allah Partner zuzuschreiben und euren Eltern ungehorsam zu sein.“[1]

 

Ibn al-Qayyim sagte: „Allah hat bestimmt, dass der Zweck der Schöpfung und der Befehle (Anordnungen) ist, dass Er durch Seine Namen und Eigenschaften erkannt und Alleine angebetet wird, ohne dass Ihm Partner beigesellt werden, und dass die Menschen die Gerechtigkeit beibehalten sollen durch welche die Himmel und die Erde errichtet sind; wie Allahu Ta’ala sagt: „Bestimmt haben Wir schon Unsere Gesandten mit den klaren Beweisen gesandt, und Wir haben zusammen mit ihnen die Schrift herabgesandt und die Waage, damit die Menschen auf der Richtigkeit bestehen.“ [Surah al-Hadid (57):25]

 

Allah hat uns berichtet, dass Er den Menschen die Gesandten geschickt und die Bücher offenbart hat, damit sie Gerechtigkeit üben. Die größte Form der Gerechtigkeit ist Tauhid, der ihre Spitze und ihr Rückgrat ist, und der Schirk ist eine Ungerechtigkeit. Allah Ta’ala sagt: „Die Mitgötterei ist ja bestimmt ein gewaltiges Unrecht.“ [Surah Luqman (31):13]

 

Der Schirk ist die schwerwiegendste Form von Ungerechtigkeit, und Tauhid ist die beste Form von Gerechtigkeit. Deshalb ist, was sich auch immer diesem Zweck am meisten entgegenstellt als die schwerwiegendste aller Hauptsünden zu betrachten." Ibn al-Qayyim fuhr fort zu sagen: „Und da sich besonders der Schirk diesem Zweck entgegenstellt, ist er die absolut schwerwiegendste aller Hauptsünden, und Allah verbietet jeden Muschrik ins Paradies aufgenommen zu werden. Allah Ta’ala nimmt weder eine gute Tat an, die von einem Muschrik ausgeführt wird, noch eine Fürsprache, die zu seinem Gunsten gemacht wird. Er antwortet nicht auf sein Bittgebet oder nimmt seine Hoffnung an, dass es erfüllt wird. Der Muschrik ist der Unwissende über Allah, weil er einen Partner von den Geschöpfen Demjenigen beigesellt Derer sie erschaffen hat, welches die schlimmste Art von Unwissenheit ist und die schlimmste Art von Ungerechtigkeit auf der Seite der Muschrik. Selbst obwohl der Muschrik, seinem Herrn durch seinen Schirk kein Unrecht tut, tut er in Wirklichkeit sich selbst unrecht.

 

6 Schirk ist Verleumdung und abfällig, von denen Allah, Sich selbst, als frei erklärte. Derjenige, der Allah Partner beigesellt, behauptet tatsächlich Dinge von Allah, von denen Allah erklärt hat, dass Er frei davon ist. Dies ist die schlimmste Form des Widerstandes gegen Allah und der Missachtung Allahs, des Erhabenen.

 

 

B. Die Formen des Schirk:

 

Schirk besteht aus zwei Formen:

 

Die erste Form: Der Große Schirk befördert denjenige, der ihn praktiziert, aus der Religionsgemeinschaft und er verweilt für ewig im Höllenfeuer, wenn er nicht vor seinem Tod davon ablässt und bereut. Schirk ist das Verrichten einer Tat der Anbetung für jemanden außer Allah, wie Bittgebete, und Annährung durch Eide oder Opfer für jemanden außer Allah, wie für Gräber, Jinn oder Schayatin.

 

Die Furcht vor den Toten oder, dass Jinn oder Schayatin ihm schaden oder ihn erkranken lassen können, und die Hoffnung auf Dinge von anderen, die nur Allah Ta’ala besorgen kann, wie das Erfüllen von Bedürfnissen und das Gewähren von Erleichterung, wie es heutzutage um die Gräber und Mausoleen von rechtschaffenen Menschen, ausgeübt wird. Allahu, Ta’ala, sagt:

 

„Und sie dienen anstelle Allahs dem, was ihnen nicht schadet und ihnen nicht nutzt, und sie sagen: ‚Diese sind unsere Fürsprecher bei Allah.’ Sag: Teilt ihr Allah etwas mit, was Er nicht weiß in den Himmeln und nicht auf der Erde? Gepriesen ist Er und hoch erhaben über das, was sie (ihm) beigesellen. [Surah Younus (10):18]

 

Die zweite Form: Kleiner Schirk, der nicht den Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft zur Folge hat, aber den Tauhid verringert und förderlich für den Großen Schirk ist. Er besteht aus zwei Kategorien:

 

Die erste Kategorie: Offensichtlicher Schirk, der aus Äußerungen und Handlungen besteht.

 

Was die Äußerung betrifft, wie z.B. das Schwören auf jemand anderen als Allah Ta’ala, dazu sagte der Gesandte  : „Derjenige, der auf jemand anderen schwört außer Allah, begeht Kufr oder Schirk.“[2]

 

Oder eine Aussage wie „Was auch immer Allah will und du willst.“ Als ein Mann zum Propheten  sprach: „Was auch immer Allah will und du willst.“ , sagte der Prophet: „Hast du mich zu einem Teilhaber Allahs gemacht? Sag: ‚Was auch immer Allah Alleine will.“

 

Oder eine Aussage wie diese: „Wäre es nicht Allah und so-undso[3].“ Die korrekten Aussagen sind: „Was auch immer Allah will und dann du willst.“ Und: „Wäre es nicht Allah und dann so-undso.“ Denn der Teil „dann“ weist sowohl auf eine Reihenfolge als auch auf eine Verschiebung hin, und bringt somit zum Ausdruck, dass der Wille des Dieners dem Willen Allahs untergeordnet ist. Allah Ta’ala sagte:

 

„Und ihr wollt es nicht, außer dass Allah es will, der Herr der Welten.“ [Surah at-Takwir (81):29]

 

Was das Wort „und“ betrifft, so zeigt es völlige Vereinigung und Zusammenhang an, es bedarf keiner Ordnung oder Reihenfolge. Solchen Aussagen ähnlich sind: „Ich habe niemanden, außer Allah und dich.“ oder: „Dies ist vom Segen Allahs und deinem Segen.“

 

Was die Taten betrifft: wie z.B. das Tragen eines Ringes oder Bandes zum Zweck des Abhaltens von Übel; oder das Tragen von Talismännern oder anderen Gegenständen aus Furcht vor dem bösen Blick oder sonstigem. Wenn die Person, die diese Dinge trägt, glaubt, dass sie ein Mittel sind, das Übel abzuhalten oder abzuweisen, dann handelt es sich hierbei um den kleinern Schirk, denn Allah hat diese Dinge nicht zum Mittel des Schutzes gemacht. Glaubt sie jedoch, dass diese Dinge selbst das Übel abhalten, oder abweisen dann ist dies großer Schirk, denn er verlässt sich auf andere als Allah.

 

Die zweite Kategorie: Der verborgene Schirk betrifft die Absichten und den Willen, wie z.B. das heuchlerische- und nach Ruhm strebende Handeln, d.h. eine Sache zu tun, die gewöhnlich gemacht wird, um die Nähe Allahs zu suchen, doch sie wird nur deshalb begangen, damit man von den Leuten dafür gelobt wird, wie das Verrichten des Gebets in vollkommener Art und Weise oder Almosen geben, um gelobt zu werden. Oder den Dhikr (Erinnerung an Allah) zu sprechen oder die Stimme beim Rezitieren des Qur’an zu verschönern, damit die Menschen ihn hören, anerkennen und loben. Wird eine Handlung der Anbetung in Riya’ verrichtet, ist sie ungültig. Allahu Ta’ala sagt:

 

„Sag: Ich bin ein Menschenwesen wie ihr, mir wird geoffenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist. Also wer auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll Rechtschaffenes tun und beim Dienst an seinem Herrn (Ihm) niemanden beigesellen. [Surah al-Kahf (18):110]

 

Der Prophet  sagte: „Die Sache die ich für euch am meisten fürchte, ist der Kleine Schirk.“ Sie fragten: „Gesandter Allahs, was ist Kleiner Schirk?“ Er sagte: „Riya’.[4]

 

Unter diese Art fällt das Verrichten von Handlungen der Anbetung für weltliche Begierde, wie z.B. das Verrichten des Hajj, Ausrufen des Adhan oder das Gebet für Geld zu leiten oder das Erwerben von religiösem Wissen oder das Kämpfen für die Sache Allahs für Geld. Der Prophet  sagte: „Möge der Sklave des Dinar herabgesetzt werden, möge der Sklave des Dirham herabgesetzt werden, möge der Sklave der Kleidung herabgesetzt werden, möge der Sklave des Gartens herabgesetzt werden, denn wenn es ihm gegeben wird, ist er zufrieden, und wird es ihm nicht gegeben, ist er unzufrieden.“[5]

 

Imam Ibn al-

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