Malcolm Little (Malcolm X) - Alias Malik El-Shabazz

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Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

 

Malcolm Little (Malcolm X)

Alias Malik El-Shabazz

 

“Wir waren wahrhaftig alle gleich (Brüder), weil der Glaube an den Einen Gott alles 'Weiße' aus ihrem Geist entfernt hatte, aus ihrem Verhalten und aus ihrer Gesinnung.“

 

Malcolm Little wurde 1925 in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska geboren. Mit 16 ging er nach Boston und später nach New York, wo er eine Karriere als Kleinkrimineller startete, die ihn ins Gefängnis brachte. Dort schloss er sich 1949 der Nation of Islam an, einer Sekte, die sich auf den Islam beruft, aber einen schwarzen Rassismus vertritt, in dem die Schwarzen als die ”wahren” und Weiße als minderwertige Menschen angesehen werden.

 

Malcolm Little, der sich nun Malcolm X nannte, wurde zu einem der einflussreichsten Wortführer dieser Bewegung. Er brauchte lange, bis er die Falschheit ihrer Lehren erkannte und einsah, dass er sich in Elijah Muhammad, dem Führer der Sekte, einem gewissenlosen Lügner angeschlossen hatte. Erst 1964 konnte er sich von dieser Bewegung lösen.

 

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Pilgerfahrt nach Mekka. Er erlebte dort, wie Menschen aller Nationalitäten und Hautfarben in Frieden zusammenkommen und verstand, dass es zwischen den Menschen keinen Unterschied gibt. Er schloss sich dem sunnitischen Islam an und nannte sich Malik El-Shabazz.

 

Malcolm X wurde am 21. Februar 1965 ermordet.

 

 

Auszüge aus seiner Autobiographie

 

“Vielleicht werden Sie erschüttert sein, diese Worte aus meinem Munde zu hören. Aber was ich auf dieser Pilgerfahrt gesehen und erfahren habe, hat mich dazu gebracht, viele meiner bisherigen Denkschemata zu verändern und einige meiner früheren Schlussfolgerungen über Bord zu werfen. Das ist mir nicht allzu schwer gefallen. Trotz meiner festen Überzeugungen bin ich immer ein Mensch gewesen, der versucht, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Realität des Lebens zu akzeptieren, wie sie sich durch neue Erfahrungen und neues Wissen entwickelt. Ich habe mir immer einen offenen Geist bewahrt, der notwendig ist für eine innere Beweglichkeit, die Hand in Hand gehen muss mit jeder Form der vernünftigen Suche nach der Wahrheit.

 

Während der vergangenen elf Tage hier in der islamischen Welt habe ich vom selben Teller gegessen, aus dem selben Glas getrunken und im selben Bett geschlafen (oder auf dem selben Teppich) und zum selben Gott gebetet wie meine muslimischen Glaubensbrüder mit ihren blauen Augen, blonden Haaren und ihrer weißen Haut. In den Worten und Taten der 'weißen' Muslime war dieselbe Aufrichtigkeit zu spüren, wie ich sie unter den schwarzen Muslimen aus Nigeria, dem Sudan und Ghana empfand.

 

Wir waren wahrhaftig alle gleich (Brüder), weil der Glaube an den Einen Gott alles 'Weiße' aus ihrem Geist entfernt hatte, aus ihrem Verhalten und aus ihrer Gesinnung.

 

Daran wurde mir deutlich, dass die Weißen in den Vereinigten Staaten, wenn sie die Einzigartigkeit Gottes akzeptieren könnten, dann vielleicht auch in der Realität die Einzigartigkeit der Menschheit akzeptieren könnten - und aufhören würden, andere aufgrund ihrer 'Verschiedenartigkeit' in der Hautfarbe zu bewerten, zu behindern und zu verletzen.

 

Da der Rassismus die USA plagt wie ein unheilbares Krebsgeschwür, sollten die Herzen der so genannten 'christlichen' weißen Amerikaner empfänglicher sein für eine bewährte Lösung eines derart destruktiven Problems. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, und die USA könnten vor der drohenden Katastrophe gerettet werden. Es geht um dieselben Kräfte der Zerstörung, die der Rassismus über Deutschland gebracht hat und die schließlich auch die Deutschen in die Katastrophe führten.

 

Mit jeder Stunde hier im Heiligen Land konnte ich tiefere Einsichten in das gewinnen, was in den USA zwischen Schwarzen und Weißen passiert. Man kann den Schwarzen in Amerika für ihren Rassenhass keine Schuld zuweisen - sie reagieren nur auf vierhundert Jahre bewusster Rassendiskriminierung von Seiten der Weißen. Da der Rassismus die USA aber in den Selbstmord treibt, glaube ich nach den Erfahrungen, die ich mit den Weißen der jüngeren Generation in den Colleges und Universitäten gemacht habe, dass sie die Zeichen der Zeit begreifen werden und sich dem spirituellen Weg der Wahrheit zuwenden werden. Er ist der einzige Weg, der Amerika noch geblieben ist, um die Katastrophe abzuwenden, in die der Rassismus unweigerlich führen muss. [...]“

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