Träume (teil 1 von 2): Träume ich?

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Das Merriam Webster online Dictionary definiert einen Traum als eine Reihe von Gedanken, Bildern oder Emotionen, die während des Schlafens auftreten.  Träume und das Nachsinnen über ihre Bedeutungen und Auslegungen bereichern unsere Leben.  Träume bringen uns mit unseren tiefsten Emotionen in Berührung; sie verzaubern uns und ängstigen uns; sie enthalten unsere geheimsten Wünsche und Befürchtungen.  Dies ist keine vergängliche Modeerscheinung oder ein New Age Trend.  Träume haben die Menschheit zahllose Generationen lang begleitet und werden ohne Zweifel bis zum Ende der Tage mit uns sein. 


Träume porträtieren häufig Ereignisse, die in der physikalischen Realität unmöglich oder unwahrscheinlich sind und stehen außerhalb der Kontrolle des Träumers.  Viele Menschen berichten von starken Emotionen beim Träumen und beängstigende oder unangenehme Träume werden als Alpträume bezeichnet. 


Die Geschichte der Träume und ihrer Deutung führt uns ins alte Ägypten zurück und es wird gesagt, dass der erste schriftliche Bericht einer Traumdeutung von 1350 vChr. stammt.  Ursprünglich dachte man in Ägypten, Träume seien Teile der übernatürlichen Welt.  Sie wurden für Botschaften gehalten, die während der Nacht geschickt wurden, vielleicht als frühes Warnmittel vor einer Katastrophe oder Glück.  Für Muslime ist dies nicht überraschend.  Kapitel 11 des Qur´an mit dem Titel "Josef" beginnt mit einem Traum und endet mit der Deutung des Traumes.  Zur Zeit des Propheten Josef, waren Träume und Traumdeutungen sehr wichtig, und es wird in der gesamten Geschichte von Josef deutlich.  Der Prophet Josef ist in der Lage, Träume zu deuten und der Prophet Jakob (Josefs Vater), die Gefährten im Gefängnis und der König von Ägypten, alle erleben Träume.


Wir wissen, dass im alten Ägypten Träume vorwiegend von Priestern interpretiert wurden, und dass in antiken griechischen und römischen Gebieten Träum in einen religiösen Kontext gesehen wurden und bis zur hellenistischen Ära von Aristoteles wurde gedacht, Träume haben die Fähigkeit zu heilen.  Traumdeuter halfen Ärzten dabei, Diagnosen zu stellen.  Es gibt viele Übertreibungen und Ansichten im Zusammenhang mit Träumen.    


Für einige Chinesen ist Träumen ein tatsächlicher Ort, den die Seele jede Nacht besucht und aus diesem Grund haben viele Menschen Angst vor Weckern, aus Angst, ihre Seele könne aufgeweckt werden und nicht mehr in der Lage sein, in ihren Körper zurückzukehren.  Einige amerikanischen Eingeborenenstämme und mexikanische Zivilisationen teilen dasselbe Verständnis von einer Traumdimension. 


Während des Mittelalters wurden Träume in jüdisch-christlichen Gesellschaften als schlimme Versuchungen des Satan angesehen.  Mit der Bewegung ins 19. Jahrhundert wurden Träume als Symptome der Ängstlichkeit abgewiesen, das heißt, bis Sigmund Freud die Bedeutung von Träumen wieder bekräftigte.  In der muslimischen Welt allerdings wurde von Träumen ein wenig anders gedacht.  In der vorislamischen arabischen Dichtung gibt es ständige Beschreibungen von schamanischen Traumvisionen von solchen Dingen wie Ritualtod und Wiedergeburt.  Die Rolle des Schamanen (einer Person, die behauptet, Zugang zu und Einfluss auf die Welt des Übernatürlichen zu besitzen) beinhaltete Traumdeutung und Poet, daher ist es kein Wunder, dass der Prophet Muhammad immer wieder wiederholte, dass er kein Dichter sei.  Die Ankunft des Islam räumte mit vielen Missverständnissen und unrichtigen Praktiken auf, die in der arabischen Gesellschaft existierten, nicht zuletzt die durchdringende Haltung gegenüberTräumen und ihrer Deutung. 


Der Islam sagt, dass Träume eine Bedeutung haben können, doch die Gelehrten haben davor gewarnt, dass nicht alle Träume als solche betrachtet werden können.  Der bekannte islamische Gelehrte Ibn Sirin, ein Experte in der Traumdeutung, erwähnt in seinem klassischen Werk über dieses Thema, dass Traumdeutung eine schwierige Wissenschaft ist und dass Gelehrte sie mit der größten Sorgfalt behandeln.  Der Prophet Muhammad lehrte uns über Träume, auch mit größter Sorgfalt, und er erwähnt Träume und häufig träumen.  


"Tatsächlich die größte der Lügen ist die einer Person, die fälschlicherweise behauptet, einen Traum gehabt zu haben."

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